Strumpfbrunnen


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Adresse
Marktplatz 1
Lauterbach
Hessen

36341
Deutschland


Der Strumpfbrunnen

Lauterbach hat eine eigen Stadt-Hymne und dazu sogar einen Denkmalsbrunnen

Die Stadtväter hatten 1976 den Auftrag zur Schaffung eines Brunnens an den Bad Nauheimer Bildhauer Knud Knudsen erteilt. Dieser Brunnen wurde im Stadtzentrum vor der Schlagmühle feierlich eingeweiht und erinnert so an die folgende Legende:

Ein wandernder Strumpfwirkergeselle zog auf Schusters Rappen durch die Welt. Auf seiner Wanderschaft kam er just nach Lauterbach, wo diese Zunft seit eh und je ansässig war. Im schönen Lauterbach zu bleiben, hatte er sich vorgenommen, nachdem er bei einer respektablen Meisterin Aufnahme gefunden hatte. Die Meisterin fand den Gesellen recht tüchtig und auch sonst sehr ansehnlich.

Während des langen Winters kam man sich auch menschlich näher und der Gedanke auf eine feste Bindung ging ihr nicht mehr aus dem Sinn. Ja, sie beschäftigte sich so sehr damit, dass sie die Veränderung, die sich am Ende des Winters bei dem Gesellen im Verhalten einstellte, nicht bemerkte.

Mit dem herannahenden Frühling wurde er immer unruhiger. Als die Sonne immer höher stieg und die Vögel anfingen zu zwitschern, da hielt es der Geselle nicht mehr aus. Er offenbarte der Meisterin, dass es ihn wieder in die Ferne treibe. Dies überraschte die Meisterin doch sehr und versetzte sie in große Erregung. Sie versuchte zunächst alles, um den Gesellen zu halten. Vergeblich, der Handwerksgeselle schickte sich an seinen Ranzen zu schnüren. Das war der Meisterin zu viel. Der Abschied überstürzte sich, die restlichen Habseligkeiten wurden etwas unsanft mitsamt dem Gesellen von der Meisterin durch die Tür befördert.

Am Stadtrand angekommen, ordnete der Handwerksgeselle seine Habseligkeiten. Dabei stellte er fest, dass ein Strumpf fehlte. Er hatte ihn bei dem überstürzten Aufbruch verloren. Eines Tages traf der Geselle einen fahrenden Musikanten, dem er oft und viel von Lauterbach und seinem Erlebnis erzählte. Dieser fand daran so viel Gefallen, dass er ein Lied daraus machte. Sie sangen es gemeinsam in so mancher Herberge, bis es schließlich zu einem Volkslied wurde.

Zu Ostern 2014 wurde der Brunnen erstmals zum Osterfest mit bunten Eiern und Osterglocken geschmückt. Dieser in den Vogelsberger Gemeinden traditionelle Brauch ist seit dem fester Bestandteil der jährlich wiederkehrenden Osterfeierlichkeiten.

Jedes Jahr im September „machen sich die Lauterbacher auf die Socken“. Bei einem Stadtfest unter diesem Motto werden der Platz und der Brunnen ebenfalls dekoriert. Diesmal allerdings durch Strümpfe zur Erinnerung an Ihre Stadt-Hymne:
„In Lauterbach hab ich mein Strumpf verlor´n“

Schauen Sie sich den Strumpfbrunnen einmal genauer an, vielleicht entdecken Sie ja den verlorenen Strumpf!

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