Adresse
Eisenbach 5
Lauterbach
Hessen
36341
Deutschland
Ein Märchenschloss als Lohn für einen Esel-Ritt, oder die hessische Wartburg
Was die „Königsschlösser“ für Bayern, das ist „Schloss Eisenbach“ für Lauterbach und die Region. Kaum hat der Autofahrer die Stadtgrenze auf der B275 in Richtung Herbstein passiert, da zeigen sich auf der rechten Seite die Mauern des typischen Wahrzeichens. Es ist gar nicht so abwegig, dass einst die reisefreudigen Gebrüder Grimm durchs Vogelsberger Land zogen und so schließendlich Schloss Eisenbach für eines oder gar mehrere Märchen Pate stand. Folgende Sage rangt sich um den Landbesitz der Schlossbesitzerfamilie, der Freiherren von Riedesel:
Ein Kaiser verirrte sich eines Tages auf der Jagd im Walde und kam in große Not und Gefahr seines Lebens. Ein Ritter erkannte ihn und half ihm den richtigen Weg zu seinem Gefolge zu finden. Zum Dank für die Hilfe schenkte ihm der Kaiser so viel Land, als der Ritter in drei Tagen auf einen Esel umreiten könnte. Der Ritter saß sofort auf und es war keine geringe Strecke, die der Ritter innerhalb von drei Tagen hinter sich ließ und somit das Land zu seinem Eigentum erwarb. Wegen dem Ritt auf dem Esel nannte ihn der Kaiser den „Rittesel“ und gab ihm den Eselskopf als sein Wappenschild.
“Dies ist aber nicht die einzige Sage, um das 1217 erstmalig urkundlich erwähnte Bauwerk und seine Besitzer. Noch heute ist das Wappentier im Schlosspark zu finden. Nur den heutigen Schlossherren, Philipp Riedesel Freiherr von Eisenbach, wie er reitend auf seinem Esel das Gelände umrundet, das bekommt man gar nicht mehr zu sehen.
Kernburg, Vorburg, Turm, einige Wirtschafts- und Wohngebäuden, Parkanlage mit idyllischem Friedhof und spätgotische Burgkapelle, so lautet die Kurzbeschreibung von Schloss Eisenbach, welches die Haager Konvention, vom 14. Mai 1954, in 2007 zum geschützten Kulturgut erklärte. Der beliebte Vulkanradweg führt direkt am Fuße des Prachtbaues vorbei. Wodurch die Besucherzahlen an den Wochenenden weiter ansteigen, obwohl die Räume des im Riedeselischen Familienbesitz befindliche Schloss nicht zu besichtigen sind. Dafür lädt der großzügige Park in traumhaft grüner Umgebung zu einem langen Spaziergang ein. Anschließend kann man sich im Restaurant „Burg Post“ verwöhnen lassen. Für seine bodenständige Küche, regionalen Schmankerl und die Hausmacher Kuchenauswahl ist das Wirtshaus weit bekannt. Romantische Hochzeiten mit Trauungen in der Schlosskirche und anschließender Feier in der „Burg-Post“ organisiert Gastwirt Bernd Hornivius. Im Frühjahr veranstalten die Mitarbeiter des „Waldorfkindergartens“ das Schlossfest in mittelalterlichem Ambiente. Zur „Besinnung in der Schlosskirche“ lädt die Evangelische Kirchengemeinde jeden ersten und dritten Sonntag, jeweils um 17 Uhr, ein. Die sonntäglichen Andachten mit musikalischer Umrahmung finden von Juni bis September statt.
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