Adresse
Am See
Lauterbach
Hessen
36341
Deutschland
Strolchdenkmal & Schrittsteine
100 Jahre Lauterbacher Strolch, dieses Jubiläum gab im Jahre 2005 den Anlass, dem Botschafter und Sympahtieträger Lauterbachs im Stadtbild ein Denkmal zu setzen. Die Sage vom „verlorenen Strumpf“ symbolisiert durch den in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannten „Lauterbacher Strolch“, dem sympathischen, lustigen Jungen mit der Botanisiertrommel und dem Schirm, ist ein Privileg, das der Stadt seit vielen Jahrzehnten ein besonderes Gewicht gibt. Entsprechend der Werbelinie der Kreisstadt, die den „Lauterbacher Strolch“ und die Schrittsteine verbindet, ist der Standort des Denkmals bei den Schrittsteinen in der Lauter gewählt worden.
Die Schrittsteine und das Babbelbörnchen
Sind Sie schon einmal trockenen Fußes über einen Fluss gelaufen –
ohne eine Brücke zu benutzen?
Schon seit dem Mittelalter (1596) ist das in Lauterbach möglich.
Aus Geldmangel für einen Brückenbau hat man damals die „Schrittsteine“ verlegt. An einer flachen Stelle in der Lauter dienten 12 Buntsandsteinquader als Abkürzung zu einem öffentlichen Brunnen. Nutzbar sind diese Steine noch heute und aus den ausgewaschenen Mulden, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben, lässt sich die Kraft des unaufhörlich fließenden Wassers erkennen. Einen praktischen Nutzen erfüllten die Schrittsteine auch für die auf der rechten Lauterseite in der Löbersgasse angesiedelten Gerber, die auf den Steinen hockend ihre in die „Gerberlohe“ *) eingelegten Felle auswaschen konnten.
*) zum Gerben verwendete, in Wasser aufgeweichte, zerkleinerte Rinde, besonders von jungen Eichen und Fichten.
Selbstverständlich gibt es auch Tage, an denen eine Überquerung nicht möglich ist. Besonders im Frühjahr, mit der einsetzenden Schneeschmelze im Vogelsberg oder nach heftigem Starkregen, steigen die Fluten schnell an. Innerhalb von Minuten kann so aus dem gemütlich dahinfließenden Gewässer ein reißender Flusslauf werden.
In bester Gesellschaft der Schrittsteine entdeckt man, eingefasst in ein abgestuftes Steinkarree, einen kleinen Brunnen. Seit dem Mittelalter ruht das „Babbelbörnchen“ dort. Es war einst ein beliebter und wichtiger Treffpunkt, vornehmlich zum Wäschewaschen. Zwischen Wäschebergen, Zinkwannen und Waschbrettern hielt man hier vergebens Ausschau nach Männern. Es waren die Waschfrauen, die bei der Arbeit nach Herzenslust rege „babbelten“ und tratschten. Die neuesten Geschichten, lautes Lachen und das ein oder andere Geheimnis über den Ehegatten füllten den Platz mit Leben. Auch heute noch, Jahrhunderte später, werden dort Hemden und Hosen auf historische Art gewaschen. Doch nun hat Kinderlachen das „Gebabbel“ von damals abgelöst. Eine spezielle Stadtführung bietet neugierigen Kindern die Möglichkeit, in die Rolle der altertümlichen Waschfrauen zu schlüpfen. So wird Geschichte lebendig und hautnah erlebt. Schauen Sie sich diesen Ort bei einer Stadtführung an oder entdecken Sie selbst das „BABBELBÖRNCHEN“ und seine eigene Magie. Aber aufgepasst, so mancher ist schon auf dem glitschigen Boden des Brunnens ausgerutscht!
Kommende Veranstaltungen
<li>Keine Veranstaltungen an diesem Ort</li>
